Die Geschichte hinter den burkinischen Schluppis

Während meiner Reise nach Westafrika, genauer gesagt nach Burkina Faso konnte ich Edouard kennen lernen. Edouard hat mich sofort fasziniert und er konnte mir in der kurzen Zeit sehr viel über sich und seine Arbeit erzählen. Eins wusste ich von Anfang an, ich möchte sein Projekt unterstützen und dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung in diesem Land eine neue Selbstständigkeit erlangen.

Edouard ist ungefähr 40 Jahre und sein Lachen, sowie seine sympathische Ausstrahlung fallen einem sofort auf. Er ist seit seiner Geburt physisch behindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Als Kind hatte er das grosse Glück, dass seinen Eltern seine Schulausbildung wichtig war, was in Burkina Faso sehr selten ist. Seine Mutter hat ihn bis zur Oberstufe jeden Tag auf dem Rücken zur Schule getragen. Er hatte es sicherlich nicht leicht in seinem Leben und vielleicht setzt er sich genau aus diesem Grund für Menschen mit Behinderungen ein.

Er hat eine Rollstuhlwerkstatt in der Hauptstadt Ouagadougou, es ist eine der einzigen in der ganzen Region und Leute kommen von weit her. In seiner Werkstatt werden so genannte „France Aurevoir“ Rollstühle (Secondhand) für den hiesigen Kontext angepasst, neue Rollstühle werden gebaut, aber vor allem auch wieder repariert. Mit seinen Kollegen reist er durchs Land, um Menschen in Dörfern zu unterstützen. Es spricht sich sehr schnell rum, dass Edouard wieder vorbei kommt und manchmal kommen sogar Menschen aus Mali oder Niger, um seine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gleichzeitig werden in seiner Werkstatt Menschen mit Behinderung im Schweissen ausgebildet und zusammen werden die Rollstühle hergestellt, die wirklich perfekt an das Leben in Burkina Faso angepasst sind. Man sieht die vielen  verschiedenen Modelle oft im Alltag auf den Strassen. Ein „Tricycle“, ein Rollstuhl den man mit den Händen antreibt; Rollstühle an denen man das Vorderteil abnehmen kann und einen normalen Rollstuhl erhält; einen umgebauten Roller; man muss die vielen Roller einfach gesehen haben, um eine Idee zu bekommen.

Edouards und meine Idee ist es nun eine Frau in ihrem Weg zur Selbständigkeit zu unterstützen. Sie soll einen Rollstuhl bekommen mit einem kleinen Wagen hinten, in dem sie einen Marktstand verstauen kann. So hat sie die Möglichkeit auf dem Wochenmarkt, den es in jedem Dorf gibt, Gemüse oder Getreide zu verkaufen und kann so eigenständig ihr Geld verdienen. Ein Rollstuhl bietet ihr nicht nur eine finanzielle Erleichterung, sondern gibt ihr vielmehr die Freiheit ihr Leben so zu gestalten, wie sie will; unabhängig und selbstständig und würdevoll.

Edouard sagt immer, dass Menschen mit Behinderung in Burkina Faso eine Möglichkeit bekommen müssen ihr Leben selbstständig zu gestalten anstatt sich von jemandem abhängig zu machen.

Dank Ihnen, werden pro gekauftes Paar burkinische Schluppi 1 Euro an das Projekt Edouards gespendet und wir werden zu erst eine Frau unterstützen und, wer weiss, vielleicht können wir dank Ihnen bald mehreren Frauen in Burkina Faso ein Stück Selbstständigkeit bringen.

 

Liebe Grüsse,

Almuth Behrens